
15.01.26 –
Viele Radfahrende sind mit dem städtischen Winterdienst unzufrieden. Auch wer zu Fuß oder mit der Straßenbahn unterwegs war, musste auf den alltäglichen Wegen starke Nerven beweisen. Die grüne Stadträtin Madeleine Linke kritisiert, dass während Straßen für den Autoverkehr weitgehend gut geräumt und gestreut wurden, alle ohne Auto vor erheblichen Problemen standen.
Obwohl der Stadtrat den Winterdienst auf Radwegen mit der letzten Änderung des Winterdienstkonzeptes deutlich höher priorisiert hatte, bleibt das Gesamtbild, trotz leichter Verbesserungen, unbefriedigend. „Viele Radwege wurden gar nicht geräumt oder gestreut. An Kreuzungen wurde der Schnee direkt vor die Überwege geschoben, so dass es mit dem Rad, Kinderwagen oder der Gehhilfe gar kein Durchkommen mehr gab,“ kritisiert Linke.
Das benachteiligt vor allem ältere Menschen und Kinder kritisiert die grüne Politikerin. „Grob überschlagen sind 41.000 Menschen in Magdeburg im Jahresdurchschnitt täglich mit dem Rad unterwegs, weitere 68.000 Menschen gehen zu Fuß. Die verschwinden nicht einfach, nur weil es schneit. Auch die müssen zur Arbeit, Schule oder Kita.“
Auch Tage nach dem Schneefall beklagten Radfahrende, dass Radwege nicht geräumt seien. Dabei gilt laut Verband Kommunaler Unternehmen e.V. eine allgemeine „Räumpflicht für (alle) Radwege.“ Diese sind morgens so rechtzeitig zu räumen und streuen, „dass der morgendliche Berufsverkehr bereits geschützt ist. Die Radwege müssen somit gleichzeitig mit den Straßen bedient werden.“
Auch bei der MVB kam es zu erheblichen Einschränkungen. Viele Haltestellen waren zu Fuß kaum zu erreichen, da die Überwege zu ihnen vom städtischen Winterdienst wieder zugeschoben wurden. Eingefrorene Weichen sorgten für erhebliche Störungen im Betriebsablauf. „Hier muss geschaut werden, wie wir die MVB besser auf solche Extremwetterlagen vorbereiten. Dazu gehört auch die Frage, wie die Infrastruktur resilienter werden kann.“
Darum will die Stadträtin in einer Anfrage an die Stadtverwaltung nun wissen, was genau getan wurde, wo die Probleme lagen und wie die Stadt sich besser auf den nächsten großen Schneefall vorbereiten will.
Anmerkung:
Verweise auf das Winterdienstkonzept, die rechtliche Einschätzung des Verbands Kommunaler Unternehmen e.V., sowie eine Fotodokumentation der Missstände entnehmen Sie gerne unserer Anfrage F0002/26
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