A0112/18: Perspektiven für urbanes Grün - unsere Antwort auf die Heißzeit

Der Stadtrat bekennt sich dazu Flächenreserven im Siedlungsbestand nicht nur baulich, sondern mit Blick auf urbanes Grün zu entwickeln (Doppelte Innenentwicklung). Ziel ist eine stadt- und klimaverträgliche Nachverdichtung und Wiedernutzung von Flächen im Innenbereich der Stadt Magdeburg. Dabei soll die bauliche Innenentwicklung... 

07.09.18 –

Der Stadtrat möge beschließen:

Der Stadtrat bekennt sich dazu Flächenreserven im Siedlungsbestand nicht nur baulich, sondern mit Blick auf urbanes Grün zu entwickeln (Doppelte Innenentwicklung).

Ziel ist eine stadt- und klimaverträgliche Nachverdichtung und Wiedernutzung von Flächen im Innenbereich der Stadt Magdeburg.

Dabei soll die bauliche Innenentwicklung mit dem Erhalt sowie, wenn möglich, mit einer Aufwertung, Ergänzung und Neuschaffung von gewachsener urbaner Grünstruktur (bestehende  Baumbestände und Ökosysteme) einhergehen. Der Erhalt vorhandener Grünstrukturen soll Vorrang vor Umnutzungen haben.

Der Oberbürgermeister wird beauftragt, vorhandene teilräumliche Konzepte dahingehend zu überprüfen und ggf. zu überarbeiten, dass

· ein sparsamer Umgang mit Freiflächen und Brachflächen konsequent verwirklicht wird,

· eine maßvolle Verdichtung mit Rücksicht auf Belange des Natur- und Klimaschutzes erfolgt,

· dasOrtsbild und Stadtbild prägende Grünstrukturen erkennbar erhalten bleiben,

· wohnortnahe Zugänge zu Grün- und Freiflächen sichergestellt werden und

· auf die Inanspruchnahme geschützter Flächen, wie Landschaftsschutzgebiete undWaldflächen verzichtet wird.

 

Um Überweisung in den Ausschuss UwE, StBV sowie in den BA SFM  wird gebeten.


Begründung:

In diesem Jahr erlebten wir, nicht nur in Magdeburg, einen der heißesten Sommer in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Es ist unbestritten, dass extrem heiße, niederschlagsarme Perioden auch künftig immer häufiger vorkommen werden. Daher wird es höchste Zeit, parallel zum „Masterplan 100% Klimaschutz“ weitere Maßnahmen zu ergreifen, die unser Stadtklima angenehmer gestalten und auf derartige Wetterlagen vorbereiten.

Neben erfolgreich begonnenen Maßnahmen, wie die Wiedernutzung von Flächen im Innenbereich und die „Baumoffensive“ kommt dem Erhalt bzw. der qualitativen und möglichst auch quantitativen Entwicklung (Neuschaffung) von Grünstrukturen insgesamt eine wachsende Bedeutung zu.

Die baulichen Nachverdichtungen dürfen nicht zu Lasten städtischer Grünstrukturen und deren Leistungen für die Menschen (wie etwa lokalklimatische Ausgleichs- und Erholungsfunktion, Naherholung etc.) gehen.

Städtische Grünstrukturen können dabei ganz vielfältige Formen und Ausprägungen annehmen. Sie bestehen aus Bäumen, Parkanlagen, Wiesen und Wäldern, aber auch in Form von Dachbegrünungen, begrünten Gebäuden und Straßenbegleitgrün (Alleen).

Stadtgrün ist nicht nur Lebensraum für Pflanzenarten, sondern auch für viele Tierarten und wird auch für uns Menschen immer bedeutender, weil es gesunde und attraktive Lebensbedingungen sowie gut erreichbare Möglichkeiten zur Erholung und Freizeitgestaltung bietet. Darüber hinaus leistet Stadtgrün einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel sowie zum Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt.

 

Olaf Meister                         Jürgen Canehl                               Timo Gedlich
Fraktionsvorsitzender           Mitglied im BA SFM                      Umweltpolitischer Sprecher


 

  Vorläufiges Ergebnis:

 20.09.18 Ausschussüberweisung

  Wiedervorlage:

 17.10.19 Stadtratssitzung

  Ergebnis:

  abgelehnt

Kategorie

Abgelehnt! | Antrag | Stadtentwicklung | Umwelt