F0234/17: Pflege im Quartier

In Sachsen-Anhalt leben derzeit knapp 100.000 Pflegebedürftige. Tendenz steigend. Etwa zwei Drittel werden zu Hause versorgt, der Großteil ohne Inanspruchnahme ambulanter Pflegedienste, also in der Regel von Angehörigen. Laut Statistik...

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

in Sachsen-Anhalt leben derzeit knapp 100.000 Pflegebedürftige. Tendenz steigend. Etwa zwei Drittel werden zu Hause versorgt, der Großteil ohne Inanspruchnahme ambulanter Pflegedienste, also in der Regel von Angehörigen. Laut Statistik werden im Jahr 2025 knapp 70 von 100 Sachsen-Anhaltern über 65 Jahre alt sein.

Auf den damit verbundenen Anstieg der Pflegebedürftigkeit will die Landesregierung reagieren. CDU, SPD und Grüne in Sachsen-Anhalt haben sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, in der ambulanten Pflege regionale Strukturen zu fördern und zu vernetzen.

Ebenfalls vorgesehen sind regionale Pflegekonferenzen und ein landesweites Beratungsnetz für Kommunen, die helfen sollen Aufbau und Entwicklung solcher Quartiere zu unterstützen.

Ziel sind bedarfsgerechte, kleinteilige Versorgungsangebote vor Ort, die auch Raum für individuelle Pflegemixe lassen. So soll den hohen Zuwachsraten von stationär versorgten Pflegebedürftigen entgegengewirkt und gleichzeitig pflegende Angehörige entlastet werden.

Ich frage Sie daher:

1. Mit welchen Maßnahmen gedenkt die Stadt dem absehbaren steigenden Pflegebedarf der Bevölkerung zu begegnen?

2. Inwieweit spielen dabei Ansätze einer "Pflege im Quartier" eine Rolle und für wie hilfreich hält die Stadt die Verabredung aus dem Koalitionsvertrag, die eine Beratungsstelle für Kommunen zur Quartiersentwicklung und ein Förderprogramm für Quartiers-manager*innen vorsehen?"

Um ausführliche schriftliche Beantwortung wird gebeten.

Olaf Meister
Fraktionsvorsitzender

Schriftliche Stellungnahme der Verwaltung S0007/18

 

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Anfragen Gesundheit Senioren Stellungnahme